Wir sind bei der Kantine Marx

In der zweiten August Woche findet ein Theorie-Festival rund um Karl Marx statt. Neben vielen Beiträgen aus unterschiedlichen Disziplinen, die sich mit Marx‘ Analysen der gesellschaftlichen und ökonomischen Zusammehänge beschäftigen, werden auch jüngere Diskurse aufgegriffen. Das Festival läuft unter dem Slogan „Marx nicht kaufen! Marx denken!“ und greift damit die Vermarktung von Marx kritisch auf.

Wir freuen uns, auch selbst mit einem Workshop bei der Kantine Marx vertreten zu sein. Dieser findet am 06. August 2018 um 15 Uhr statt. Inhaltlich wird es um eine Analyse moderner Organisationen aus feministischer Perspektive gehen. Unten findet ihr eine kurze Beschreibung des Workshops. Wir hoffen auf spannende Diskussionen und vielfältige Perspektiven.

 

Gendered Organizations: Warum Förder- und Gleichstellungsmaßnahmen nicht ausreichen

Können Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, zusätzliche Kinderbetreuungsangebote und die Frauenquote die Arbeitswelt endlich geschlechtergerecht gestalten? Wie sind moderne Organisationen aufgebaut und wie hängt dies mit Phänomenen wie der Gender Pay Gap und der gläsernen Decke zusammen? Wir wollen diesen Fragen anhand des Films Equity und mithilfe Joan Ackers Theorie der Gendered Organizations nachgehen. Joan Acker, eine marxistische Feministin, hat 1990 mit ihrer einflussreichen Arbeit das Bild der geschlechtsneutralen Organisation dekonstruiert. Sie sieht Geschlecht als strukturierende Variable in organisationalen Prozessen, wodurch die Ungleichheit der Geschlechter ständig (re-)produziert wird. Der Film Equity erzählt die Geschichte von zwei aufstrebenden Investment Bankerinnen an der Wall Street und den Intrigen und Hürden, denen sie gegenüber stehen.

Sequel to Women* are a very big entertainment?

Am Montag, den 07.05.18 treffen wir uns um 17 Uhr im Odradek (Leipziger Straße 3, Chemnitz), um die Collagen aus unserem Workshop Women* are a very big entertainment? fertig zu stellen. Wer also noch Bedarf und Lust hat, ist  eingeladen! Die fertigen Collagen werden dann direkt im Odradek ausgestellt.

Abends werden außerdem Spröde Lippen aus Bremen im Odradek ihr neues Album releasen.

Vielen Dank an alle Beteiligten für die spannenden Diskussionen und die schöne Stimmung in der NSG.

Women* are a very big entertainment?

Collagen-Workshop zur Ausstellung Silvio Zesch – „itz ä werrie bik ändertaintment“, Objekte, Bilder, Grafiken, Videos und Installation

„art is ä werrie bik ändertaintment“ – Werbung, Pornographie und sexuelle Dienstleistungen auch!
Vor allem in diesen Bereichen stehen Frauen* im Schatten von Klischeès. Sie werden in lusterregenden Rollenbildern inszeniert, auf das Äußere reduziert, als Blickfang oder Objekt sexueller Neugier positioniert.
Frauen* vermögen nicht nur die Leidtragenden dieser gesellschaftlichen Verhältnisse zu sein, denn ihnen steht ein Selbstbestimmungsrecht über ihr Aussehen zu. Jedoch beherrscht der Faktor Geschlecht die Präsentation des Weiblichen in Medien und Kunst. Was bedeutet „Frau-sein“ in der öffentlichen Darstellung und welche Wahrnehmung resultiert daraus? Nicht nur das stereotype Körperbild entspringt hier einer Rollenvorstellung – wie werden angenommene Stärken und Schwächen, wesentliche Charakterzüge oder typische Tätigkeiten verbildlicht?
Die Darstellung der Frau muss heute wie auch historisch vor dem Hintergrund patriarchal geprägter Gesellschaften diskutiert werden – denn ohne Zweifel ist es die priviligierte Stellung des Mannes, die zur Verbreitung des Frauenbildes als Lustobjekt führt. Wo wird Verlangen inszeniert, wo Unterwerfung?
In einem Ausstellungsrundgang sollen Eindrücke, ob sie bedrängen oder gefallen, diskutiert werden, um sich über Sexismus, Stereotype, Rollenbilder und Vorurteile gemeinsam auseinander zu setzen.
Anschließend sollen die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse durch die Technik der Collage reflektiert werden. Ergänzend kann die aktuelle Ausstellung und eine Auswahl an Bildmaterial von alten Meistern bis aktueller Werbung dazu inspirieren, sich mit den verbildlichten Sexismen im Prozess auseinanderzusetzen: Sie dar- oder zu entstellen, neu zusammen- oder zu zersetzen.
Zum Abschluss des Workshops besteht die Möglichkeit, die entstandenen Arbeiten in der Gruppe auszuwerten, zu erklären und zu diskutieren.

Neben uns gestalten eine Kollegin von FEMermaid und die Künstlerin Unter Palmen den Rundgang und Workshop. Das ganze findet am 22. März 2018 von 18 bis 21 Uhr in der Neuen Sächsischen Gallerie statt (Eintrittspreise gemäß der NSG).

Bildinformation:
links: Silvio Zesch, „kleine Mietz“, 2017, Acryl auf Baumwolle
rechts: Silvio Zesch, „geile Möpse“, 2015, Lack auf Holz, Ausdruck, Rahmen

σκιαμαχία [ski·a·ma·chi·a]

Sciamachia ist der Kampf im Schatten, gegen den Schatten, vor allem denjenigen, den wir selbst werfen. Ebenso ist der feministische Kampf oft unsichtbar, der Gegner überall und nirgendwo. Das Patriarchat ist keine Einbildung, sondern bitterer Alltag. Leider auch oft in Räumen und Gruppen mit antisexistischen Prinzipien.
Wir wollen uns mit euch in der Grauzone zwischen Realität und Anspruch treffen. Wir wollen mit euch diskutieren, streiten, etwas lernen und selbstverständlich feiern!

Timetable
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12oo Ankommen
13oo a) feminis*men? Echt jetzt? Jo. – FEMermaid, b) Feminismus in linken Strukturen – black glitter
16oo Lunch
17oo a) Feminismus – für wen und wozu? – e*vibes, b) Kritische Männlichkeit – LAG Jungen und Männerarbeit Sachsen e.V., Peter Bienwald
20oo Dinner & Vernetzung

22oo Aftershow im aaltra (80s, trash & trap) mit der famosen SupaKC (noisy answer|LE) und matroshka b2b schieflage (bonobo|C).

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Eintritt frei | veganes Essen gegen Spende | Kooperation mit dem Referat AntiDis des StuRa der TU Chemnitz und dem bonobo Kollektiv

Workshopbeschreibungen
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13oo
a) feminis*men? Echt jetzt? jo. – FEMermaid
Was ist das? Worum geht’s eigentlich? Braucht es das denn noch? Wir sagen Ja. Wie wir darauf kommen wollen wir uns aus ganz persönlichen Perspektiven anschauen. Wir werden Raum schaffen um die Gedanken schweifen zu lassen und um euch und eure Erfahrungen und die Anderer einfließen zu lassen, um am Ende mit einem Einblick in Leben/-sweisen in Strukturen in weitere Workshops oder Gespräche zu schlüpfen. Jede_r Interessierte ist willkommen!

b) Feminismus in linken Strukturen – black glitter
Halt mal kurz’ – Witziges Spiel eigentlich. Nicht so witzig ist es allerdings, wenn der sportliche Autonome auf einer Demo mit diesen Worten der einzigen Frau* in der Nähe / Bezugsgruppe das Handy in die Hand drückt, um sich daraufhin mit den anderen Jungs* in waghalsige Situationen zu stürzen. Ist eine emanzipatorische Linke vor Sexismus gefeit? Natürlich nicht!
Sollte Feminismus ein grundlegendes Handlungsprinzip sein? Na klar! Deswegen wollen wir mit euch, anhand von euren und unseren Erfahrungen, Szenarien analysieren, in diesen patriarchale Strukturen / Sexismus aufdecken und emanzipatorische Alternativen entwickeln.

17oo
a) Feminismus – für wen und wozu? – e*vibes
In diesem Workshop klären wir gemeinsam mit euch, warum Feminismus bestimmt nicht nur für Frauen da ist und für welche Ziele wir momentan kämpfen müssen. Warum ist das (immer noch) nötig und womit kann ich beginnen, wenn ich feministischen Aktivismus für die richtige Sache halte?

b) Kritische Männlichkeit – Peter Bienwald
Was sind Männlichkeiten? Geht es um Zuschreibungen oder Identitäten? Und welche Männlichkeiten sind feministisch, bzw. feministisch anschlussfähig? Diesen Fragen gehen wir beim gemeinsamen Workshop nach und finden Antworten. Vielleicht hat die Beschäftigung mit Männlichkeiten ja auch Auswirkungen auf Feminismen?…

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I THINK IT’S TIME NOW

Wir laden ein zur Vorstellung der Zeitschrift outside the box

Im Januar ist die mittlerweile 6. Ausgabe der Zeitschrift outside the box erschienen! Im letzten Jahr hat die Redaktion der feministischen Zeitschrift Interviews geführt, in Vergessenheit geratene Texte der Frauenbewegung ausgegraben, Übersetzungen angefertigt und Naturlyrik verfasst um dieses Material wie bisher immer in einem einmalig gestalteten neuen Heft zu publizieren. Am 9. März soll das neue Magazin in Chemnitz präsentiert werden – 19 Uhr im Mediencafe m54 im AJZ.

outside the box ist eine Ende 2008 in Leipzig gegründete Zeitschrift, die sich einer umfassenden Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus verschrieben hat. Nur jene politische Theorie und Praxis könne wirklich emanzipatorisch sein, so die Position von outsidethe box, „die selbstverständlich und von Grund auf feministisch ist – ebenso, wie ein Feminismus, der das repressive Geschlechterverhältnis überwinden will, niemals bloß die bessere Integration der Frauen ins Bestehende fordern darf.“

Weniger die Fokussierung auf eine bestimmte Zielgruppe, als vielmehr die Überzeugung, dass eine feministische Gesellschaftskritik nicht ohne Dokumentation und Reflexion spezifisch weiblicher Perspektiven, subjektiver Erfahrungen, und überhaupt des Einzelnen, Besonderen auskommt, bestimmt Inhalt wie Form der outside the box maßgeblich. Im Heft werden neben Theorietexten unter anderem auch Interviews, Protokolle, Photographien, Collagen, Essays und literarische Beiträge veröffentlicht.

Seit der ersten Ausgabe zum Thema „Emanzipation“ im Jahr 2009 hat outside the box im Abstand von je 1 – 1 ½ Jahren folgende Hefte herausgebracht: „Form“ (2010), „Gebären“ (2011), „Arbeit“ (2013), “Streit” (2015) und die titellose Ausgabe #6 (2017). Bis auf Ausgabe #5, #6 und einen kleinen Restbestand der #2 sind alle Ausgaben vergriffen, aber vollständig online abrufbar:

www.outside-mag.de

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